Wir leben in einer Zeit, in der täglich enorme Mengen an Daten produziert werden. Jeder digitale Prozess erzeugt neue Daten: Sensoren in der Produktion, Tracking in der Logistik und soziale Netzwerke, die unsere digitalen Spuren aufzeichnen. Auch im privaten Bereich sammeln sich zunehmend Daten an.
Welche Arten von Daten gibt es?
Ob privat oder beruflich: Daten unterscheiden sich in ihrem Schutzbedarf. Sie können als wenig sensibel, moderat schutzbedürftig oder hochsensibel eingestuft werden. Zur Klassifizierung gibt es verschiedene Modelle, beispielsweise:
- Öffentliche Daten: Frei zugängliche Informationen.
- Interne Daten: Nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, aber innerhalb einer Organisation nutzbar.
- Sensible Daten: Schützenswerte Informationen, oft personenbezogen.
- Eingeschränkt nutzbare Daten: Streng vertrauliche oder geheime Informationen, die nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich sein dürfen.
Innerhalb der personenbezogenen Daten gibt es auch besonders schutzbedürftige Daten, wie bspw. Gesundheitsinformationen, die einem höheren Datenschutz unterliegen.
Wie gehe ich sicher mit meinen Daten um?
Ein bewusster Umgang mit digitalen Daten ist essenziell. Im privaten Bereich sollten mindestens die zwei Aspekte berücksichtigt werden:
- Datenschutz und Privatsphäreeinstellungen: Durch gezielte Einstellungen in Online-Diensten lassen sich unnötige Datenspuren vermeiden.
- Speicherung und Verwaltung von Daten: Der richtige Umgang mit Daten umfasst sowohl das sichere Speichern als auch das rechtzeitige Löschen nicht mehr benötigter Informationen.
Besonders wichtig ist es, regelmäßig Backups der eigenen Daten zu erstellen. Doch wo sollten diese gespeichert werden? Eine unverschlüsselte Festplatte im Schrank oder ein USB-Stick, dessen Inhalt niemand mehr kennt, sind keine sicheren Lösungen. Backups sollten stets verschlüsselt und sicher aufbewahrt werden. Zudem ist es ratsam, Speichermedien regelmäßig zu überprüfen und nicht mehr benötigte Daten sicher zu löschen.
Auch in im privaten Bereich gemeinsam genutzten Ablagen und Anwendungen, etwa im Ehrenamt oder in der Nachbarschaft, sollte regelmäßig geprüft werden, ob Zugriffsrechte und gespeicherte Daten noch aktuell sind oder bereinigt werden sollten.
Warum ist das richtige Löschen von Daten so wichtig?
Beim Austausch von Hardware muss darauf geachtet werden, dass alle gespeicherten Daten vollständig entfernt werden. Die sicherste Methode ist die physische Zerstörung der Festplatte. Bei weniger sensiblen Daten können auch softwarebasierte Löschmethoden ausreichen.
Ein abschreckendes Beispiel zeigt, was passieren kann, wenn Daten nicht vollständig gelöscht werden: 2019 wurden in einer Coburger Behörde Festplatten ausgetauscht. Der beauftragte Dienstleister hatte die Daten zwar gelöscht, doch die Festplatten wurden weiterverkauft. Die neuen Besitzer konnten die gelöschten Informationen problemlos wiederherstellen. (Quelle)
Recht auf Löschung nach DSGVO
Gegenüber Unternehmen und Behörden haben Personen ein Recht auf Löschung ihrer personenbezogenen Daten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU, die seit 2018 in Kraft ist, regelt dies. Unternehmen müssen ein Löschkonzept vorweisen, das vorsieht, personenbezogene Daten zu löschen, wenn:
- der Verarbeitungszweck entfällt,
- die betroffene Person ihre Einwilligung widerruft,
- gesetzliche Aufbewahrungsfristen ablaufen oder
- die betroffene Person der Verarbeitung widerspricht.
Fehlt ein entsprechendes Löschkonzept, drohen empfindliche Bußgelder.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Daten umfasst nicht nur deren Speicherung, sondern auch die sichere Löschung. Ob im privaten oder beruflichen Bereich: Datenschutz beginnt mit der Sensibilisierung für das Thema und endet mit der konsequenten Umsetzung sicherer Löschverfahren.

