Mit einem passenden Kontext und einem präzisen Prompt, können tolle Texte und Ergebnisse mit dem Tool ChatGPT erzeugt werden. Doch manch ein euphorischer Nutzer stellt dies gleich mit dem Training einer eigenen KI – doch dem ist nicht so.
Was ist ChatGPT?
https://chatgpt.com/ ist eine Chat-Oberfläche, über die mit einem fortschrittlichen KI-Sprachmodell, z.B. GPT-4o mini in der aktuellen kostenfreien Basisversion, interagiert werden kann, um Texte zu generieren. Diese Modelle werden auch LLMs, Large Language Modells, genannt.
Diese LLMs haben als zugrunde liegende Architektur ein tiefes, neuronales Netz. Dieses Modell musste dann lernen, wie durch Menschen generierte Texte aufgebaut sind. Für diese Lern- und Trainingsphase wurde „einmal das Internet runtergeladen“: auf einer unglaublich großen Menge an Texten aus dem Internet, Büchern und weiteren, durch OpenAI (die Firma hinter ChatGPT) nicht näher angegebenen Quellen, wurde das neuronale Netz angepasst, um in der Lage zu sein, menschliche Sprache zu generieren und auszugeben.
Wie nutze ich ChatGPT?
Der Schlüssel zu seiner Funktionsweise liegt in der Eingabe eines klaren Kontextes und eines präzisen Prompts, was hilft, relevante und passende Antworten zu liefern.
Als Prompt wird dabei die gesamte Eingabe bezeichnet, in der die Aufforderung, welcher Text zu generieren ist, enthalten ist.
Als Kontext ist der gesamte Chat-Verlauf und darin mitgegebene Informationen zu verstehen.
Diese Eingaben beeinflussen aber nicht das Training des Modells! ChatGPT kann nicht lernen oder sich weiterentwickeln basierend auf spezifischen Interaktionen oder Eingaben von Benutzern. Stattdessen nutzt es die immense Menge an Wissen und Mustern, die es während seiner Trainingsphase erworben hat, um Antworten zu generieren.
Kann ich es auch für die Arbeit mit Kindern nutzen?
Ja, auf jeden Fall. Caroline von St. Ange (https://www.learnlearningwithcaroline.com) hat zum Beispiel den Prompt geteilt für einen individuellen Nikolausbrief an Schüler*innen: „Schreibe einen Nikolausbrief an einen Jungen namens Oskar. Oskar ist 6 Jahre alt. Er ist abenteuerlustig, neugierig und mutig. Er hat eine kleine Schwester, um die er sich liebevoll und verantwortungsbewusst kümmert.“
Das ist eine Möglichkeit, um individuelle Ergebnisse für Kinder zu erhalten. Aber es kann auch gemeinsam mit Kindern mit ChatGPT gearbeitet werden.
Wandelt zum Beispiel mit ChatGPT bereits bekannte Texte in neue Formate um. Meine Tochter hat aktuell das Thema „Märchen“ in der Schule. Märchen bestehen aus bestimmten Bestandteilen (gute und böse Person, drei Aufgaben sind zu lösen, magische Dinge, gutes Ende, märchenhafte Wörter und Umgebungen), die wir in einem Prompt überführt haben, um dann unsere eigenen Märchen aus bereits bekannten Texten und Inhalten zu kreieren und diese Geschichten dann auf die Merkmale eines Märchens hin zu untersuchen.
Unser Prompt dafür lautete:
„Du bist Märchenerzählerin für Kinder im Alter zwischen 4 und 8 Jahre. Deine Märchen sind liebevoll und haben ein gutes Ende. Märchen bestehen immer aus mindestens einer guten und einer bösen Person, es gibt drei Aufgaben für die Protagonisten, es gibt magische Dinge, es gibt ein gutes Ende, es werden märchenhafte Wörter genutzt und es spielt in einer märchenhaften Umgebungen. Die Aufgaben ergeben sich aus der Erzählung und sind keine drei Aufgaben, die explizit genannt werden.
Die Hauptfigur ist ein pferdebegeistertes Mädchen namens Charlotte, das Abenteuer erlebt, um eine Reitanlage zu retten, die von einem Menschen, der Kinder und Tier nicht mag, abgerissen werden soll.“
Das Märchen hatte unserer Tochter gut gefallen, doch es wurden noch Änderungen im weiteren Chat-Verlauf hinzugefügt, z.B. dass die drei Aufgaben nicht mit Zwischenüberschriften hervorgehoben werden sollen und dass das Märchen auf jeden Fall mit „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ enden muss.
Probiere es gerne selber aus. Bitte beachte dabei, dass Du mit der Nutzung von https://chatgpt.com/ deine Interaktionen und Daten mit OpenAI teilst. Achte darauf, keine persönlichen, sensiblen oder vertraulichen Informationen in deine Eingaben einzufügen. Deine Privatsphäre ist wichtig, und ich empfehle dir, sorgsam mit den Informationen umzugehen.

