Daten sind die Schlüsselressource der heutigen digitalen Welt. In den letzten Jahren hat sich die Bedeutung von Daten dramatisch erhöht. Grund: Daten spielen mittlerweile in vielen Situationen eine entscheidende Rolle, z.B. verbesserte Entscheidungen basierend auf Daten treffen, Personalisierung von Dienstleistungen/Marketing/Angeboten, Unternehmen generieren Wettbewerbsvorteile basierend auf der intelligenten Nutzung  ihrer Kundendaten, smarte Produkte entstehen,  Künstliche Intelligenz wird in der Breite eingesetzt, u.s.w.

Es wird deutlich, das Daten in vielen Bereichen genutzt werden. Durch die Nutzung, also Analyse, Interpretation und Modellierung, entsteht der Wert von Daten. Das reine Sammeln von Daten schafft hingegen noch keinen Mehrwert. 

Der Blog ist mittlerweile mit „Data Literacy for everyone“ überschrieben, denn ich persönlich habe gemerkt, dass es nicht mehr nur ums Programmieren und dem bauen von statistischen Modellen geht, um Vorteile durch Daten zu erzielen. Vielmehr muss ein grundlegendes Datenverständnis vorhanden sein, um Digitalisierung in allen Facetten zu beherrschen: Data Literacy als Schlüsselkompetenz der heutigen digitalen Welt!

Was ist Data Literacy? 

Data Literacy bezieht sich auf die Fähigkeit einer Person, Daten zu lesen, zu analysieren, kritisch zu bewerten und daraus sinnvolle Erkenntnisse abzuleiten. Und um das volle Potential der Digitalisierung nun auszuschöpfen, sollten alle Menschen, Mitarbeitenden, Teams, Schüler:innen, u.s.w. diese Skills erwerben. U.a. auch das Verständnis dafür, das Daten eine Währung sind z.B. für ein kostenloses Produkt, z.B. ein soziales Netzwerk.

Eine Anekdote dazu von mir: Auf einer Vortragsveranstaltung im November 2022 war das Thema der Keynote „Vertrauen“. Das Publikum wurde gefragt: welchem Unternehmen vertrauen sie mehr: VW oder Facebook? Ich war die einzige Person in dem Raum, die mehr Vertrauen in Facebook hatte, als in VW. Warum? Ich persönlich hatte die Erfahrung mit VW gemacht, dass dieses Unternehmen nicht in der Lage ist, ein Lieferdatum nennen zu können nach der Bestellung eines Autos – anscheinend seine eigenen Prozesse nicht im Griff hat – und der Dieselskandal, also vorsätzlicher Betrug, bei mir persönlich noch sehr präsent war. Das Facebook, ein für mich kostenloses Netzwerk, natürlich meine Daten nutzt, war für mich nachvollziehbar und damit auch, dass es in der Hand der Nutzer:innen liegt, welche Daten sie teilen und auch wie Nutzer:innen mit den Inhalten dieses Netzwerkes umgehen. Für den Großteil des Publikums hingegen war diese Tatsache, dass es in der eigenen Verantwortung liegt, zum Teil nicht bewusst (zumindest war dass das Ergebnis von einzelnen Gesprächen hinterher) und damit anscheinend auch nicht vertrauenserweckend. 

Nur ein datenkompetenter Mensch versteht, wo überall Daten entstehen und was damit möglich ist. Ein datenkompetenter Mensch erkennt auch die Bedeutung von Datenqualität, Datenschutz und Sicherheit. Diese Fähigkeiten sind die Grundlage für jede weitere Nutzung der Daten. Daher ist Data Literacy ein wichtiger Teil der Datenkultur eines Unternehmens, die neben der Data-Strategie als Basis für weitere Schritte absolut relevant ist, um datengetrieben zu arbeiten. Daten müssen von allen Mitarbeitenden als Wert gesehen werden, der steigt, wenn er geteilt und in Kontext gesetzt wird. 

Abschließend kann ich daher aus meiner Erfahrung nur empfehlen, als Grundlage für die Schaffung einer Datenkultur in Unternehmen eine Kombination aus Schulungen und Weiterbildungen und praktischen Erfahrungen in den jeweiligen Arbeitsbereichen anzubieten. Es ist wichtig, dass Menschen die grundlegenden Konzepte der Datenwissenschaft verstehen, um die Vorteile der zunehmenden Verfügbarkeit von Daten in unserer Welt voll auszuschöpfen.